7 thoughts on “Triumph Standard 12 – das Biest

  1. Was für eine schöne Maschine!
    Ich bin seit knapp einem Jahr im Wunderland der portablen mechanischen Schreibmaschinen unterwegs(*), begonnen hatte ich mit einer orangen UNIS TBM, dann kam eine Hermes Baby. Inzw. habe ich zehn Maschinen. Was mich dabei immer wieder fasziniert ist das so unterschiedliche Tippgefühl. Da ist eine Scheidegger Princess, die doch eher behäbig ist, die Hermes Baby schreibt flott, und die Gossen Tippa rast. Letztere nutze ich bewußt, wenn ich einfach nur den Kopf leerschreiben will; selbst da habe ich manchmal das Gefühl, sie zerre mich über das Papier 🙂 Und bei der kürzlich erworbenen Ursula gibt es eine interessante Hebel-Erfahrung – sie kommen geschmeidig zurück, wie ich es bisher noch nicht erlebt habe.

    Ich wüßte nicht, ob es jemals die eine ultimative Schreibmaschine für mich geben könnte, weil es auch immer mit dem Schreibziel und der eigenen Verfassung zu tun hat, welche gerade die richtige ist. (So geht es mir bei anderen Schreibgeräten auch.)

    (*) Im Keller steht noch die Imperial 50 meines Vaters – auch so ein Schwergewicht wie Deine Triumph. Ich erinnere mich noch sehr gut an die Leichtigkeit des Tippens. Wenn irgendwann mal wieder Platz ist, wird sie reaktiviert.

  2. Ein interessanter Aspekt hinsichtlich des jeweils passenden Schreibgerätes zur aktuellen Stimmung. So habe ich das noch nie betrachtet.
    Bei mir ist es da ein wenig – für mich selbst – einfacher und konstanter. Es gibt Schreibmaschinen, die fühlen sich angenehm an für das Tippen und andere fühlen sich nicht so angenehm an. Und zwar recht unabhängig von meiner aktuellen Verfassung. Bei den meisten, die sich nicht so recht angenehm anfühlen kommen auch recht schnell (nach 2-3 Seiten) leichte Schmerzen oder Verkrampfungen in den Händen und Fingern auf.
    Somit habe ich es da – zumindest in der Theorie – einfacher, mich auf eine kleine bis sehr kleine Gruppe von Maschinen festzulegen, die ich für das Schreiben nutzen will und kann.

    Eine Scheidegger Princess, die behäbig ist? Das ist erstaunlich. Princess sind landauf, landab als enorm präzise und schnelle Schreibgeräte bekannt. Eventuell würde Deine mal einer Reinigung des Typenkorbes benötigen? Oder aber: Dein Exemplar ist einfach so. Denn auch das lernt man ja mit der Zeit. Zwei Maschinen vom exakt gleiche Modell können sich völlig anders anfühlen. Alle meine Princess jedenfalls sind Schreibmaschinen, mit denen ich deutlich schneller tippen kann als mit dem Großteil der verbleibenden.

    Bei der Gossen Tippa dürfte es sich um ein frühes Modell handeln, nehme ich an? Diese werden hoch gepriesen.
    Eine Ursula ist ja eigentlich eine ander Schreibmaschine, die einen neuen Namen bekommen hat. Denn einen solchen Hersteller gab es nie. Ich weiss aus dem Blog von ozTypewriter von einer Erika 12, die nach Ursula umbenannt wurde. Vielleicht hast Du diese?

    Eine Imperial 50 scheint es hinsichtlich den Abmessungen absolut mit der Triumph Standard 12 aufnehmen zu können. Schade, dass sie ihr Dasein im Keller fristet … 😉

  3. Entschuldige, daß ich erst jetzt und auch erst mal nur kurz antworte. Diese Woche steht ein Projekt an, das sich als noch größer entpuppt hat … Mehr baldigst (heute morgen nach kurzer Überlegung, mit was ich meinen Kopf freischreibe, die weiße Olympia Travelite de Luxe gewählt – war die richtige Entscheidung 🙂 ).

  4. Hmm, von den 10 Maschinen, die ich momentan habe und nutze, fühlt sich keine unangenehm an. Eine Maschine, bei der ich schmerzende Finger bekäme, würde ich auch nicht nutzen wollen. Da bin ich doch kein Sammler.

    Die Scheidegger habe ich gleich noch einmal herausgeholt und festgestellt, daß ich sie falsch in Erinnerung hatte. Sie ist tatsächlich nicht „schwergängig“, aber auch kein Rennpferd. Ich finde sie optisch sehr schön, würde sie aber nicht zum „schnell mal was runterhacken“ benutzen. Völlig falsches Bild, aber ich würde sie für mich als „Schönschreibmaschine“ bezeichnen.

    Ich glaube schon, daß etwas an der Ansicht richtig ist, daß Schreibgerät habe auch Einfluß, was wir schreiben. Ganz abgesehen davon, daß sich nicht alle Schreibgeräte für alles eignen. Mit einer Schreibmaschine eine Mindmap erstellen? Eher nicht. Den Kopf leerschreiben geht, da sind die Maschinen inzw. für mich schon Stift und Papier ebenbürtig.

    Ich tippe gern morgens kleine Bestandsaufnahmen, und da entscheide ich mich bewußt für eine Maschine. Die Gossen Tippa wird es, wenn mir nach schnellem Schreiben ist, zudem sieht sie einfach schick aus (https://files.app.net/hg4ssAZUz.jpg). Die Ursula, die wohl tatsächlich eine Erika-Variante ist – wobei ich noch keine passende „Vorlage“ entdeckt habe – ist wegen ihrer Form und des tollen Koffers überzeugend (https://files.app.net/hg4smt3ZL.jpg). Und manchmal kommt die Robotron Cella zum Einsatz, wenn mir nach „fetter Chassis-Farbe“ und vor allem der etwas nüchtern-modernen Type ist. „Gespielt“ wird mit der Adler Tippa, die eine dänische Tastatur hat (und mit der ich Umlaut-Punkte auf jeden beliebigen Buchstaben setzen kann :->). Ihre kleine Type ist zudem für Vielschreib bestens geeignet.

    Heute morgen habe ich mich für die Wanderer 5o entschieden (http://tinyurl.com/jhezb4q), die eine Überraschung bereit hielt, hatte ich sie doch als eher langsam in Erinnerung – und deshalb auch länger nicht mehr mit ihr geschrieben. Und dann war sie gar nicht so. Sondern durchaus angenehm. Und mit ihrem Gewicht und dem solide glänzenden Schwarz genau richtig auf dem Tisch thronend. Dank Deines Eintrags zu Deiner Erika ist mir erst aufgefallen, daß die Wanderer auch keine Papierstütze hat. Stören tut es mich nicht. „Papierstützen“ ist aber auch so ein Detail. Die FACIT 2 hat zB einen tollen Mechanismus, durch den die zwei Stützen gleichzeitig „ausgefahren“ werden – das begeistert mich so (neben dem tollen Schreibgefühl), daß das Benutzen der Machine schon gleich die Laune hebt. Ach, ach und ach 🙂

    Aber da hast Du ja was angerichtet 🙂 Ich bin ins Grübeln gekommen, was es überhaupt mit „Schreiben“ auf sich hat. Darüber wird es einiges zu schreiben geben.

    (Oh, das ist dann doch ein langer Kommentar geworden …)

  5. Hallo Schreibmaschinenfreunde,

    als Redakteur der HBw-Aktuell (s. http://www.ifhb.de) und Sammler bin ich seit 1982 aktiv. Seit 2008 sammle ich Rechenmaschinen und -geräte, besitze aber auch noch 63 verschiedene Princess Modelle (einschl. der Maritza Versionen aus bulgarischer Produktion, 10 Olympia Traveller de Luxe und Unis in diversen Farben und einige weitere Kofferschreibmaschinen und große Standardmodelle.

    Ich tippe in meiner Werkstatt ab und zu auf einer Juwel flott und liebe es, auf einer Princess 300 zu schreiben. Eine der besten mechanischen Kleinschreib-maschinen überhaupt. Von den Kofferschreibmaschinen ab den 1930er Jahren sind natürlich Conti, Triumph, Mercedes, Underwood, Royal usw. preiswert u. a. bei ebay zu bekommen. Wer einen Mechaniker an der Hand hat oder selbst etwas technisch versiert ist, würde auch an so alten „Schätzchen“ seine helle Freude haben. Wenn es aber nur „klappern“ soll, reicht auch eine Olivetti Valentine :-).

    Grüße in die Runde,
    Peter

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